Sorry, alle Fotos gelöscht.                                                                                                               Wenn Sie jetzt ein Foto sehen würden, was wüssten Sie dann?

 

Machen sie sich ein Bild und nehmen sie sich etwas Zeit dafür. Es ist wichtig – es geht um Sie, Ihr Team, Ihr Unternehmen. Es geht um Geld und was heute fast noch wichtiger ist – um Zeit.

 

Die spontane erste Sympathieentscheidung?

Die meisten Fotos sind bearbeitet, wer kennt nicht den Effekt bei der ersten Begegnung mit dem Original ?

Kennen lernen werden sie mich, wenn wir uns begegnen. Und auch das stimmt eigentlich nicht. Kennen lernen werden wir uns erst, wenn wir uns begegnen und miteinander sprechen, wenn wir uns sehen werden wir uns nicht kennen.

 

In einer Welt der Fotos, in der uns ständig weis gemacht wird, dass wir in den ersten Sekunden entscheiden und das auch noch richtig und rechtmäßig für immer, habe ich mich entschieden den Modus zu verlassen. Ich habe die Fotos von mir von der Webseite gelöscht.

Machen sie sich ein Bild, aber keines von meinem Aussehen. Ich denke für sie ist es wichtig, was sie von einer Beratung, in welchem Format auch immer, brauchen.

Das funktioniert nicht in 3 Sekunden, wenn sie sich einen oberflächlichen Eindruck verschafft haben und nach Foto entscheiden. Ich habe das lange so gemacht und glaubte dann zu wissen, ob das passen könnte zu dem was ich brauche. Dabei nehme ich mir, wenn ich mich genauer beobachte nur nicht die Zeit, mich darum zu kümmern was genau ich brauche und ob das passen könnte. Gründlich, mit Auswertung aller mir zur Verfügung gestellten Informationen.

Sicher ist auch das nur ein oberflächlicher Eindruck und auch eine Gefühlsentscheidung. Aber es geht auch um Entschleunigung und Selbstwertschätzung. Es ist nicht unwichtig ob es passt oder nicht und „geht schon irgendwie“, ist zu wenig.

 

Bereits vor 12 Jahren, bei meiner ersten Webseite, wurde mir geraten: „Foto! ganz wichtig! Dann immer dringlicher und mehr: auch noch ein Foto vorne, 1. Seite, groß, aussagekräftig, am besten bei der Arbeit. Der Berater verkauft zunehmend seine Person.“ Sie wollen eine Person kaufen? Das glaube ich nicht. Sie wollen bestmöglich zu Ihnen passenden Support. Sicher auch eine Persönlichkeit die zu Ihnen passt oder zu ihrer Aufgabenstellung. Aber welche Haarfarbe ich dabei habe ist sicher zweitrangig.

Nächstes Argument: „Sonst denken noch alle, du bist total entstellt und man kann kein Bild von dir zeigen!“ (um Gottes Willen, da muss ich vorbeugen…) . Heute denke ich mir – so what.

 

Ich beobachte mich selber und habe es jahrelang so gehalten – Foto anschauen- entscheiden- gar nicht mehr richtig lesen. (Alle deren Bewerbungen ich so angesehen habe mögen mir nachträglich verzeihen, es wird mein Karma verändert haben- Irgendetwas zwischen Ameise und Waschbär wird mir nicht nur aus diesen Gründen blühen, sollte sich die Widergeburt und nicht das Paradies oder das Nichts als wahr herausstellen, vor allem wegen all der anderen Fehler, die ich schon jetzt im Laufe meines Lebens gemacht habe.) Und gerade verändert sich erweisen. Die Fotos werden zu viele, es wird zu sehr betont und gefaked. Die Oberflächlichkeit erreicht eine Grenze.

Können sie es sich verkneifen zu googeln und auf Bilder zu gehen? Ich kann es auch häufig nicht, aber es hilft mir zur Zeit, es nicht zu tun. Ich bin neugieriger bei der Begegnung. Ich vergleiche mein Bild, dass ich mir gemacht habe mit der Realität und dieser Prozess ist mir bewusst. Es verläuft in Etappen und damit langsamer und ich bin entschleunigter und achtsamer, von Anfang an.

 

Ach ja, ich bin Jahrgang 1969 – das könnte vielleicht wirklich noch wichtig sein für Ihre Entscheidung. Ich finde Berater, Coaches, Supervisoren und Mediatoren brauchen Lebenserfahrung, möglichst viel. Das misst sich nicht immer an der Lebenszeit, macht sie aber wahrscheinlicher. Für diesen Beruf kann man nie zu alt, aber manchmal zu jung.

 

Jana Rehbein

 

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